• Hannes

Unser Liebling: Sämling 88

Aktualisiert: 13. Apr. 2021

Wir lieben Wein. Ob es der klassische Welschriesling ist, der aromatische Traminer oder der harmonische Weißburgunder. Doch ein Wein nimmt einen besonders großen Platz in unseren Herzen ein – der Sämling 88. Warum das so ist erfährt ihr hier in diesem Beitrag.


Der Sämling, oder auch Scheurebe genannt, war noch zu Großvaters Zeiten fast in jedem Weingarten steirischer Weinbauern vertreten. Denn anno dazumal wurden Weingärten nicht strikt getrennt nach Sorten bepflanzt, sondern es wurde das gesetzt was einfach da war. Typisch Vertreter waren der Welschriesling, Müller-Thurgau, Traminer, Muskateller, Weißburgunder und eben der Sämling. Es war auch nicht üblich Weine sortenrein auszubauen, denn meist wurde ein sogenannter gemischter Satz vinifiziert. Auch bei uns war das das Fall – mit einer Ausnahme: Der Sämling wurde immer sortenrein ausgebaut. Warum? Weil es einfach der Lieblingswein unseres Großvaters war. Und diese Liebe sollte sich auch auf die Generationen danach übertragen.



Herkunft und Biologie


Kurz zur Geschichte der Rebsorte und auch zur Erklärung der etwas merkwürdigen Kennzeichnung „88“. Der Sämling 88 wurde 1916 in Rheinhessen von Georg Scheu (daher das Synonym Scheurebe) aus den Kreuzungspartner Riesling × Bukettraube gezüchtet. Die Zahl "88" steht für den Kreuzungs-Versuch mit der Nummer 88, der letztendlich den Vorstellungen des Züchters entsprach. Die Scheurebe weist durchaus ähnliche Aromen wie sein Elternteil Riesling auf. Dominant sind hier Steinobstaromen wie Pfirsich und Marille. Deshalb wird er auch häufig liebevoll „der kleine Riesling“ genannt. Außerhalb der Steiermark ist die Scheurebe vorwiegend im Burgenland (zumeist Süßweine) aber auch vermehrt in Rheinhessen in Deutschland vertreten.


Zahl "88" steht für den Kreuzungs-Versuch mit der Nummer 88, der letztendlich den Vorstellungen des Züchters entsprach.

Die Trauben sind mittelgroß, dichtbeerig mit einer dünnen Beerenhaut. Das birgt die Gefahr des Aufplatzens der Trauben bei fortgeschrittener Reife. Daher ist besonders konsequente Weingartenarbeit absolut notwendig. Denn beste Qualität kann nur aus besonders reifen Trauben erzielt werden. Die Trauben selbst haben einen sehr süßen und unvergleichlich aromatischen Geschmack. Wer die Gelegenheit hat, sollte sie unbedingt einmal probieren :)